Mit dem Fahrrad durch den Kreis, um zuzuhören, Probleme aufzunehmen und politische Lösungen voranzubringen: Der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze und die Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Christian Obrok sind in ihre gemeinsame Sommerradtour gestartet. Mit dabei auch die Landtagskandidatin für Herford, Hiddenhausen, Enger und Spenge, Eva Hellmann und die örtlichen Bürgermeister. Die erste Etappe führte durch Enger und Spenge. Auf dem Programm standen Gespräche zur Gesundheitsversorgung, zum Offenen Ganztag, zu Recycling sowie zum Brand- und Katastrophenschutz.

Der Auftakt fand in der Hausarztpraxis von Dr. Andreas Schimke in Spenge statt. Neben der Krankenhausreform und der Situation der Hausärztinnen und Hausärzte ging es um Pflege, Prävention und die Frage, wie medizinische Versorgung auch künftig flächendeckend gesichert werden kann. Ein diskutierter Ansatz: größere Assistenzteams, die Ärztinnen und Ärzte stärker entlasten. „Eine gute Gesundheitsversorgung entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern daran, ob die Menschen vor Ort einen Hausarzt finden und Praxen genügend Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben. Dafür müssen wir auch bereit sein, Aufgaben neu zu verteilen und Strukturen weiterzuentwickeln“, betont der Bundestagsabgeordnete und Patientenbeauftragte der Bundesregierung Stefan Schwartze.

Dass Gesundheitsvorsorge nicht erst in der Arztpraxis beginnt, zeigte der anschließende Besuch im Fitnessstudio Machbar. Gründer und Trainer Sebastian Möcker führte die Delegation zunächst durch die Räumlichkeiten und gab Einblicke in das Konzept des Studios. Bei einer anschließenden Trainingseinheit konnten die Abgeordneten und die Landtagskandidatin dann selbst aktiv werden und kamen dabei ordentlich ins Schwitzen. Anspruch des Spenger Fitnessstudios: Gesundheit und Kraftsport durch individuelle und professionelle Betreuung für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.

Weiter ging es für die Abgeordneten zum Neubau des Feuerwehrgerätehauses HückerAschen. Einer von zwei Feuerwehr-Neubauten der Stadt. Für die Städte und Gemeinden bedeuten Neubauten erhebliche Investitionen. „Unsere Städte und Gemeinden gewährleisten jeden Tag zentrale öffentliche Aufgaben. Gerade beim Brand- und Katastrophenschutz darf das Land sie mit den notwendigen Investitionen nicht allein lassen“, sagt Christian Dahm. „Wer leistungsfähige Feuerwehren will, muss den Kommunen auch die finanziellen Möglichkeiten dafür geben. Hier ist das Land gefordert.“

In Enger rückte anschließend der Offene Ganztag an der Grundschule Enger-Mitte in den Mittelpunkt. Das Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AWO machte deutlich, welche Bedeutung die OGS für Kinder und Familien hat, auch während der Ferien. Gleichzeitig fehlen vielerorts Fachkräfte, ausreichende Stundenkontingente und geeignete Räume. Christian Obrok fordert deshalb verlässliche Rahmenbedingungen für die OGS: „Wer einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung schafft, muss auch dafür sorgen, dass er vor Ort mit guter Qualität erfüllt werden kann. Dazu gehören ausreichend Personal, eine gesicherte Finanzierung und Räume, in denen Kinder nicht nur aufbewahrt werden, sondern pädagogisch und kindgerecht begleitet werden, sich wohlfühlen und entwickeln können.“ Christian Dahm ergänzt: „Wir brauchen endlich ein echtes OGS-Gesetz.“  

Beim Recyclingunternehmen Göhner stand anschließend die Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt. Der Betrieb zeigte den Politikerinnen und Politikern, wie Holz, Späne und weitere Materialien wiederverwertet werden. Gleichzeitig wurde deutlich, wie stark bürokratische Vorgaben den betrieblichen Alltag belasten. „Wenn für einen einzelnen Transport eine ganze Reihe von Formularen notwendig sind, müssen wir uns fragen, ob jede Vorgabe tatsächlich ihren Zweck erfüllt. Umwelt- und Ressourcenschutz sind wichtig, aber die Regeln müssen in der Praxis auch funktionieren“, erklärt Eva Hellmann.

Nach 19,4 Kilometern endete die erste Etappe der Sommerradtour. Für Schwartze, Dahm, Obrok und Hellmann stehen in den kommenden Tagen weitere Stationen im Kreis Herford und in Bad Oeynhausen auf dem Programm. „Genau dafür machen wir diese Tour: Rein in die Betriebe, Einrichtungen und Vereine. Wir wollen wissen, wo es vor Ort gut läuft, aber vor allem auch, wo politische Entscheidungen den Alltag unnötig erschweren. Diese Hinweise nehmen wir mit nach Düsseldorf und Berlin“, so das gemeinsame Fazit der Abgeordneten nach der ersten Etappe.