Stefan Schwartze, Bundestagsabgeordneter für den Kreis Herford und die Stadt Bad Oeynhausen: "Die Nachricht von der möglichen Schließung des Mathilden-Hospitals Herford trifft unsere Region mitten ins Herz. Als Bundestagsabgeordneter für den Kreis Herford und Patientenbeauftragter der Bundesregierung folge ich dieser Entwicklung sehr genau. Seit über 130 Jahren gehört „die Mathilde" fest zu Herford. Generationen von Menschen sind mit diesem Haus verbunden: Geburten, schwere Erkrankungen, Genesungen, Familienschicksale, Glück und Hoffnung. Diese emotionale Bindung ist nicht nur bei den Bürgerinnen und Bürgern, sondern natürlich auch bei den Beschäftigten real. Ein möglicher Wegfall des Hauses und damit einhergehend der professionellen medizinischen Versorgung wäre ein tiefer Einschnitt für unsere Stadt und den gesamten Kreis Herford.

Zugleich beobachte ich mit Sorge, dass die Spekulationen um das Mathilden-Hospital immer wilder werden. Berichtet wird über eine Schließung bereits Ende Januar 2027, während die Katholische Hospitalvereinigung Ostwestfalen (KHO) als Trägerin erklärt, dass keine Schließung beschlossen sei und die Patientenversorgung vollumfänglich gewährleistet sei. Ich stelle deshalb klar: Ein möglicher Schließungstermin steht bislang nicht fest, ein Beschluss der zuständigen Gremien liegt nicht vor. Spekulationen bringen vor allem die Mitarbeitenden nicht weiter.

Ich fordere jetzt Klarheit von Seiten der KHO. Der Träger ist gefragt, verbindlich zu sagen, was Sache ist und in welchem Zeitplan was umgesetzt werden soll. Nur so können die Beschäftigten sicher in die Zukunft schauen.

Darüber hinaus ist die KHO auch aufgefordert, Sicherheiten für die rund 450 Beschäftigten zu schaffen, die nicht erst seit einer Woche in der Schwebe hängen. Über eine mögliche Schließung wird schon seit mehreren Jahren immer wieder gesprochen. Die Mitarbeitenden haben in vielen Fällen jahrzehntelang die Versorgung im Kreis Herford mitgetragen und haben jetzt ein Recht darauf zu erfahren, was sie erwartet. Es muss zügig Gespräche zwischen dem Mathilden-Hospital und den Kreiskliniken Herford-Bünde geben, damit die Beschäftigten sicher nach vorne schauen können. Das liegt im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch der Patientinnen und Patienten.

Zur Einordnung für alle, die sich jetzt Sorgen um ihre Versorgung machen: Die Versorgungslage im Kreis Herford ist zunächst einmal nicht gefährdet. Mit den Kreiskliniken Herford-Bünde verfügen wir über eine starke Struktur der Maximalversorgung.

Dennoch müssen wir jetzt darüber sprechen, welche Strukturen, die gegebenenfalls wegfallen, an anderer Stelle gestärkt werden müssen, insbesondere denke ich da an die Notfallambulanz. Ich fordere dazu Gespräche mit dem Träger und den anderen Kliniken in der Region. Darüber hinaus gilt unverändert: Wir brauchen die Fachkräfte, die für das Mathilden-Hospital Herford tätig sind, ganz dringend für eine vernünftige Gesundheitsversorgung hier vor Ort. Die Weiterbeschäftigung der Mathilden-Beschäftigten in der Region ist deshalb eine Frage der Fairness und der Versorgungssicherheit zugleich.

Ich hoffe auf gute und zügige Ergebnisse der Gespräche und werde die Entwicklung auch im Rahmen meiner Tätigkeit als Patientenbeauftragter der Bundesregierung aufmerksam begleiten."