Vom neuen Jugend- und Sportpark über grünen Wasserstoff und traditionsreiche Unternehmen bis hin zu Frauenfußball und klimaresilientem Wald: Am dritten Tag ihrer gemeinsamen Sommertour waren der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze sowie die Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Christian Obrok mit dem Fahrrad in Bünde und Rödinghausen unterwegs. Die unterschiedlichen Stationen verband dabei ein gemeinsamer Gedanke: Überall trafen die Abgeordneten auf Menschen, die ihre Vereine, Unternehmen und Kommunen aktiv weiterentwickeln und mit neuen Ideen auf aktuelle Herausforderungen reagieren.
Der Tourtag startete sportlich am neuen Jugend- und Sportpark an der Osnabrücker Straße in Bünde. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Susanne Rutenkröger, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Philipp Kollmeier und Rolf Overlack von der ADFC-Ortsgruppe Bünde machten sich die Abgeordneten ein Bild von der neuen Skateanlage, dem Beachvolleyballfeld und dem 2 Basketballcourt. Das mit Landesmitteln geförderte Projekt wurde unter intensiver Beteiligung von Jugendlichen entwickelt und im Mai eröffnet. „Hier sieht man, was entstehen kann, wenn Kommune, Land und vor allem die Jugendlichen selbst gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Am Ende steht ein Angebot, das angenommen wird und jungen Menschen Raum für Sport und Begegnung bietet“, betont Obrok.
Nur wenige hundert Meter weiter stand bei der Energie- und Wasserversorgung Bünde (EWB) die Energieversorgung der Zukunft im Mittelpunkt. Das kommunale Unternehmen blickt auf 120 Jahre Gas- und 110 Jahre Wasserversorgung zurück und beschäftigt heute rund 90 Mitarbeitende. Gleichzeitig wird mit einem Pilotprojekt an neuen Lösungen für die Energiewende gearbeitet: Überschüssiger Solarstrom vom eigenen Gelände wird mittels Elektrolyse in grünen Wasserstoff umgewandelt, gespeichert und später wieder zur Strom- oder Wärmeerzeugung genutzt. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Hochschule Bielefeld. „Die Energiewende entscheidet sich auch daran, ob aus neuen Technologien konkrete Anwendungen werden. Das Projekt der EWB zeigt, dass Innovation nicht irgendwo stattfindet, sondern direkt bei uns in Ostwestfalen-Lippe“, erklärt Schwartze. „Solche Pilotprojekte liefern wichtige Erfahrungen dafür, wie unsere Energieversorgung künftig sicherer und klimafreundlicher werden kann.“
Tradition und Zukunft trafen beim anschließenden Besuch des Bekleidungsherstellers FHB aufeinander. Im Hochregallager in Ennigloh führte Geschäftsführer Christian Eder die Abgeordneten durch den Standort. Seit mehr als 70 Jahren produziert das Familienunternehmen Zunft- und Arbeitskleidung und beschäftigt heute rund 140 Menschen. Nachdem die Abgeordneten bei einem früheren Besuch bereits die Produktion in Spenge kennengelernt hatten, stand diesmal insbesondere die Logistik im Mittelpunkt. „FHB zeigt eindrucksvoll, dass Tradition und Weiterentwicklung keine Gegensätze sind. Das klare Bekenntnis zum Standort und der Anspruch, Produkte und Prozesse ständig weiterzuentwickeln, sind eine große Stärke unserer mittelständischen Unternehmen“, so Dahm.
Am Nachmittag führte die Sommertour weiter nach Rödinghausen. Dort stand zunächst der Frauen- und Mädchenfußball der M&SG Holsen-Bünde-Bruchmühlen auf dem Programm. Was Anfang 2024 mit neun Mädchen und einem Hallenturnier begann, hat sich inzwischen zu einer vereinsübergreifenden Spielgemeinschaft mit eigenem Frauenteam entwickelt. Im Gespräch mit Sven-Eric Adam, Vorsitzender des TuS Bruchmühlen, und Koordinator Malte Rompf wurde deutlich, wie wichtig gezielte und langfristige Strukturen für den Mädchen- und Frauenfußball sind. Statt einzelne Spielerinnen lediglich in bestehenden Angeboten mitlaufen zu lassen, wurde eine Perspektive von den Juniorinnen bis in den Frauenbereich geschaffen.

Wie Unternehmen auf Veränderung reagieren, zeigte anschließend der Besuch bei Landwehr Holzverarbeitung. Geschäftsführer Frank Landwehr führte die Abgeordneten durch die Produktion und gab Einblicke in die Fertigung von Zulieferteilen für die Möbelindustrie sowie individuelle Konstruktionen. Im Gespräch ging es insbesondere um die Suche nach Auszubildenden, die fortschreitende Digitalisierung und die Frage, welche Rolle Künstliche Intelligenz künftig bei Produktions- und Lagerplanung spielen kann. Einen besonderen Einblick in die Geschichte des Handwerks bot zudem das firmeneigene „Holzmuseum“ mit Maschinen, Werkzeugen und weiteren Zeitzeugen aus mehreren Jahrzehnten der Tischlerei und Holzverarbeitung.
Für den Abschluss des Tourtages ging es noch einmal bergauf ins Wiehengebirge. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Forstverwaltung informierten sich Schwartze, Dahm und Obrok darüber, wie sich der Wald nach den erheblichen Schäden durch Trockenheit, Sturm und Borkenkäfer verändert. Auf einer der besuchten Flächen wurden inzwischen fast 14.000 neue Bäume gepflanzt. Mit einem Anteil von 82 Prozent Laub- und 18 Prozent Nadelholz soll dort ein widerstandsfähigerer Mischwald entstehen. Unterstützt wurde die Aufforstung auch durch die Gemeinde Rödinghausen, die über vier Jahre jährlich 20.000 Euro bereitstellte.
Damit zeigte auch der dritte Tag der Sommertour, wie unterschiedlich Zukunft vor Ort gestaltet wird: durch Investitionen in Sport und öffentliche Infrastruktur, neue Technologien für die Energiewende, starke mittelständische Betriebe, gezielte Förderung im Verein und einen Waldumbau mit langfristiger Perspektive. „Ob im Verein, im Unternehmen oder in der Kommune: An vielen Stellen treffen wir auf Menschen, die Verantwortung übernehmen und Dinge voranbringen. Genau diese Erfahrungen wollen wir auf unserer Sommertour sammeln – zuhören, verstehen, was vor Ort gebraucht wird, und daraus konkrete politische Aufgaben mitnehmen“, ziehen Schwartze, Dahm und Obrok gemeinsam Bilanz.