Herford. „Wenn jemand eine andere Meinung hat und man deswegen gar nicht mehr miteinander redet, dann können wir auch gleich einpacken”, sagt Stefan Schwartze, Bundestagsabgeordneter für den Kreis Herford, mit Blick auf seine Veranstaltungsreihe „Bericht aus Berlin”. Die findet jetzt schon zum fünften Mal statt. Diesmal in Herford ab 18:00 Uhr am Dienstag, 20. Oktober 2026 im Piccoli, Am Alten Markt 14.

Aber warum hat er das Diskussionsformat eigentlich ins Leben gerufen?

„Ganz einfach: Ich möchte mit den Menschen aus meinem Wahlkreis ins Gespräch kommen, ohne dass dafür ein Termin vereinbart werden muss. Was die Menschen bewegt, interessiert mich – ob Zustimmung, Zweifel oder Widerspruch. Und mir ist wichtig, dass dabei niemand Angst haben muss, wegen seiner Meinung sofort abgestempelt zu werden", sagt er. Viele Menschen sprechen Themen, die sie beschäftigen, heute nicht mehr an, aus Angst, sofort in eine Schublade gesteckt zu werden. „Deswegen hole ich Menschen mit ganz verschiedenen Ansichten an einen Tisch – auf Augenhöhe." Zu Beginn gibt Schwartze nur einen kurzen Einstiegsimpuls, danach stehe der Abend allen offen. „Oft entspinnt sich ein Gespräch der Teilnehmenden untereinander." Trotz Differenzen und emotionalen Beiträgen gehe es dabei immer fair und wertschätzend zu.

„Man muss auch bereit sein, sich auf andere Meinungen einzulassen"

Dass ihm der offene Meinungsaustausch das ein Anliegen ist, hat einen wichtigen Grund: „Wir erleben landauf, landab, dass die AfD stärker wird. Da könnte man es sich einfach machen und sagen: Wer die AfD wählt oder darüber nachdenkt, sie zu wählen, mit dem rede ich nicht mehr. Aber genau das ist der falsche Weg", sagt Schwartze. „Ich will wissen, was die Menschen bewegt und warum manche der Meinung sind, dass ihre Stimme bei der AfD besser aufgehoben ist." Man müsse nicht bei allem einer Meinung sein, aber stets bereit, zu diskutieren und sich auf andere Meinungen einzulassen – auch wenn am Ende im ersten Schritt kein Kompromiss gefunden wird“, so Schwartze.

Was passiert, wenn wir nicht mehr miteinander reden?

„Ich glaube, dass das Verschließen gegenüber Gesprächen zu einem immer größer werdenden Riss in unserer Gesellschaft führt – auch hier bei uns in OWL. Wenn wir nicht mehr miteinander reden und uns nicht mehr zuhören, weil wir die Meinung des anderen nicht tolerieren können, dann funktioniert unsere Demokratie nicht mehr", so der SPD-Politiker. Deshalb sei ihm die Gesprächsreihe ein persönliches Anliegen.

Eigentlich treffe der Name „Bericht aus Berlin" die Art der Veranstaltung nicht mehr richtig, so Schwartze. Es gehe nicht darum, dass er die ganze Veranstaltung über nur von seiner Arbeit in Berlin berichte. Eher im Gegenteil. „Mein Team und ich überlege daher, das Format umzubenennen“, kündigt Stefan Schwartze an. Bis ein neuer Name gefunden sei, finde der kommende Termin aber noch unter dem alten Titel statt. Anmeldungen sind per E-Mail an stefan.schwartze.wk@bundestag.de möglich. „Spontan vorbeikommen ist aber wie immer auch möglich", ergänzt er.

Auf einen Blick:

Dienstag, 20.10.2026 ab 18:00 Uhr - der Eintritt ist kostenlos.

Piccoli – Restaurant, Bar & Eiscafé
Alter Markt 14
32052 Herford