Die Tour de France endet traditionell in Paris - das „Grande Finale“ der gemeinsamen Sommertour des Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze und der beiden Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Christian Obrok führte nach Bad Oeynhausen und Löhne. Gesundheit, Natur- und Umweltschutz, humanoide Roboter und berufliche Bildung standen dabei im Mittelpunkt.
Den Auftakt machte die Auguste-Viktoria-Klinik in Bad Oeynhausen. Hier wurden den Abgeordneten durch Projektleiter Lars Matthiesen die Pläne für den neuen Erweiterungsbau vorgestellt. Ein großes Vorhaben, dass die Position der Klinik als orthopädisches Fachkrankenhaus nachhaltig stärken wird. Im direkten Anschluss stand ein Besuch in der technischen Orthopädie, der klinikeigenen Werkstatt, auf dem Programm. Hier treffen traditionelles Handwerk und moderne Technik unmittelbar aufeinander. Mithilfe eines 3D-Scanners können heute digitale Modelle für Orthesen und Korsetts berührungslos erstellt werden. Das ist für Patientinnen und Patienten schonender und beschleunigt gleichzeitig die Anfertigung: Ein Korsett kann nun inzwischen innerhalb von zwei bis drei Tagen gefertigt werden.
Dennoch bleibt auch das klassische Handwerk fester Bestandteil der Ausbildung, sodass die Auszubildenen unter anderem weiterhin das Modellieren mit Gips im Zuge ihrer Ausbildung erlernen. „Moderne Gesundheitsversorgung braucht beides: die Erfahrung und das Können der Beschäftigten genauso wie den Mut, neue Technologien einzusetzen. Wenn Innovation dazu beiträgt, Patientinnen und Patienten schneller und schonender zu versorgen, ist das ein wesentlicher Fortschritt“, so Bundestagsabgeordneter und Patientenbeauftragter der Bundesregierung Stefan Schwartze. Christian Obrok ergänzt: „Die NRW-Landesregierung verordnet den Krankenhäusern den größten Umbau seit Jahrzehnten. Nun muss sie auch die Investitionen endlich auf das Niveau bringen, das Patientinnen und Patienten und die Mitarbeitenden in den Kliniken verdient haben – auch unter den veränderten Rahmenbedingungen der Digitalisierung und Hitzeperioden. Deshalb fordern wir als SPD-Fraktion ein Sofortprogramm Krankenhausinvestitionen mit einer zusätzlichen Milliarde Euro."

Nächster Stopp der Sommertour: Ein Ortstermin mit der „AG Umwelt- und Naturschutz“ aus Bad Oeynhausen an der Streuobstwiese im Siekertal. Dort stieß auch Landtagskandidatin Eva Hellmann zur Gruppe. An der Streuobstwiese informierten sich die Abgeordneten über die ehrenamtliche Arbeit des Vereins, der sich bereits seit 1983 für den örtlichen Natur- und Umweltschutz engagiert. Rund 70 Mitglieder setzen sich unter anderem für den Erhalt wertvoller Lebensräume ein. Die Streuobstwiese wird seit 2024 als Musterprojekt entwickelt und bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum. Ferner trägt sie dazu bei, die Umgebung abzukühlen und wirkt damit wie eine natürliche Klimaanlage für die Stadt. „Was hier mit viel ehrenamtlichem Einsatz geschaffen und gepflegt wird, ist für die Stadt von großem Wert. Die Mitglieder der AG Umwelt- und Naturschutz leisten einen wichtigen Beitrag für Natur, Klima und Lebensqualität vor Ort“, sind sich die Abgeordneten einig.
Von der Gesundheitsvorsorge richtete sich der Blick der Gruppe am Nachmittag in Löhne auf die Arbeitswelt von morgen. Bei Terra Robotics ging es darum, wie Robotik dazu beitragen kann, den Folgen von Fachkräftemangel und demografischem Wandel zu begegnen. Das zur Wortmann-Gruppe gehörende Unternehmen beschäftigt inzwischen rund 70 Mitarbeitende und entwickelt Lösungen, bei denen Mitarbeiter insbesondere bei körperlich belastenden oder arbeitsintensiven Tätigkeiten von Robotern unterstützt werden können. Im Showroom erhielten die Abgeordneten Einblicke in unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten: Vom Transport schwerer Waren, über die mobile Serviceeinheit in der Gastronomie bis hin zu Roboterhunden für den Objektschutz. „Robotik wird unsere Arbeitswelt nachhaltig verändern. Entscheidend ist, dass wir diese Entwicklung aktiv gestalten, Vorbehalte abbauen und die Technik dort einsetzen, wo sie Beschäftigte entlastet, Arbeit sicherer macht und Unternehmen dabei hilft, mit dem Fachkräftemangel umzugehen“, erklärt Landtagsabgeordneter Obrok. „Hier in Löhne sieht man, wie Technologien der Zukunft in unserer Region entwickelt und erprobt werden.“ Doch technische Innovation allein reicht nicht aus.

Wie wichtig gut ausgebildete Fachkräfte für die Zukunft der Region sind, wurde beim anschließenden Besuch des August-Griese-Berufskollegs deutlich. Rund 1.700 Schülerinnen und Schüler werden dort unter anderem in den Bereichen Elektro-, Fahrzeug-, Informations- und Metalltechnik ausgebildet. Gute Ausbildung braucht zugleich eine zeitgemäße und sichere Lernumgebung. Aufgrund der PCB-Belastung des bestehenden Schulgebäudes beschloss der Kreis Herford 2024 einen Neubau. Die Bauarbeiten sind bereits in vollem Gange, die Fertigstellung und der Umzug in die neuen Räumlichkeiten sind für den Sommer 2028 vorgesehen. „Wer über Fachkräftesicherung spricht, muss auch über berufliche Bildung sprechen. Unsere Berufskollegs bilden genau die jungen Menschen aus, die unsere Betriebe morgen dringend brauchen“, erklären die Abgeordneten. „Dafür müssen wir ihnen moderne Lernorte und beste Lernbedingungen bieten.“
Nach fünf Tagen, über dreißig Terminen, mehr als 200 Kilometern auf dem Sattel und noch mehr Gesprächen erreichten die Abgeordneten im Schlussspurt den Coco-Beach an der Werre. Bei einem Kaltgetränk im Beach-Club und anschließendem Grillen mit der SPD-Löhne ließen sie gemeinsam die diesjährige Sommertour gemeinsam ausklingen. „Wir haben in diesen fünf Tagen ganz unterschiedliche Menschen getroffen: Ehrenamtliche, Beschäftigte, Unternehmerinnen und Unternehmer, Fachkräfte und viele weitere, die unsere Region jeden Tag mitgestalten und ein Stück weit lebenswerter machen“, ziehen Schwartze, Dahm, Obrok und Hellmann gemeinsam Bilanz. „Wir nehmen viele neue Eindrücke, konkrete Anliegen und auch Aufgaben mit, denen wir nachgehen werden. Genau darum geht es bei unserer Sommertour: rausfahren, zuhören und Politik dort erleben, wo Entscheidungen am Ende wirken - vor Ort bei den Menschen.“