Was braucht es, damit unsere Städte und Gemeinden Orte bleiben, an denen Menschen gerne leben? Dieser Frage gingen Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze, Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Christian Obrok nach. Begleitet wurden die Abgeordneten von der Landtagskandidatin für Herford, Hiddenhausen, Enger und Spenge, Eva Hellmann, dem Bürgermeister von Hiddenhausen Andreas Hüffmann.

Mit dem Fahrrad führte die Strecke durch Hiddenhausen und Kirchlengern - zu Menschen, die sich für Inklusion und Gemeinschaft engagieren, zu wichtigen kommunalen Projekten und ins heimische Handwerk. Den Auftakt machte Inkluthera in Hiddenhausen. Vorsitzende Sandra Pohlmann und Geschäftsführerin Birthe Johanning haben dort einen Ort geschaffen, an dem Inklusion ganz selbstverständlich gelebt werden soll. Sport, Basteln, Psychomotorik und praktische Angebote gehören zum Programm des Vereins. Seit Mai vergangenen Jahres finden diese Angebote in eigenen Räumen am Bünder Fußweg statt. Noch werden diese privat finanziert, was eine erhebliche Belastung für den Verein darstellt. „Inkluthera zeigt, was entstehen kann, wenn Menschen eine Idee haben und sie mit unglaublich viel Engagement umsetzen“, zeigt sich Bundestagsabgeordneter Schwartze beeindruckt. Landtagskandidatin Hellmann ergänzt: „Solche Orte bereichern unsere Kommunen und zeigen, wie gesellschaftliche Teilhabe ganz praktisch gelebt werden kann. Dieses Engagement verdient unsere Unterstützung.“

Dass Lebensqualität auch von einer gut ausgebauten öffentlichen Infrastruktur und attraktiven Freizeitangeboten geprägt wird, zeigte sich auf der weiteren Tour durch Hiddenhausen. Die mit Landesmitteln geförderte neue Fahrradstraße schafft auf rund zwei Kilometern eine wichtige Verbindung zwischen Herford und Hiddenhausen und stärkt zugleich den Radverkehr vor Ort. Mit der geplanten Maßnahme an der Werreachse setzt die Gemeinde im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) auf eine stärkere Verbindung von Naherholung und Natur. Entlang des Flusses sind unter anderem ein neuer Radweg sowie zusätzliche Freizeit- und Aufenthaltsmöglichkeiten vorgesehen. Die Werre soll dadurch für die Menschen besser erlebbar werden, ohne dabei unnötig in den Naturraum einzugreifen. Für die Planungen auf dem Diakoniegelände wurden mit rund 1,5 Millionen Euro veranschlagt. Entsprechende Fördermittel wurden bereits beantragt. „Unsere Kommunen haben viele gute Ideen, wie sie ihre Orte weiterentwickeln und lebenswerter machen können. Dafür brauchen sie aber auch die notwendigen finanziellen Spielräume und eine verlässliche Unterstützung von Bund und Land“, betont Landtagsabgeordneter Dahm.

Von Hiddenhausen führte die Sommertour am Nachmittag weiter nach Kirchlengern. Dort zeigte sich erneut, wie wichtig Orte der Begegnung für das Zusammenleben einer Gemeinde sind. An der 114 Jahre alten Kirche in Hagedorn berichtete der Förderverein von seinem Einsatz für den Erhalt des historischen Gebäudes. Mehr als 150 Menschen haben sich dem Verein mittlerweile angeschlossen.

Nur wenige Kilometer weiter stand mit dem Jugendzentrum Area 34 ein ganz anderer Begegnungsort im Mittelpunkt. Das dreiköpfige Team schafft dort einen offenen Raum für Jugendliche, in dem Gemeinschaft, Kreativität und persönliche Entwicklung Platz finden. Durch einen neuen Mehrzweckraum wurden die Möglichkeiten für Musik, Veranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten zuletzt noch einmal erweitert. „Ob ein historisches Gebäude, ein Jugendzentrum oder ein inklusiver Treffpunkt – solche Orte haben ganz unterschiedliche Aufgaben und doch etwas gemeinsam: Sie bringen Menschen zusammen. Dieses Miteinander ist für eine lebendige Gemeinde unverzichtbar“, betont Landtagsabgeordneter Obrok.

Zu einer lebenswerten Region gehören aber auch Betriebe, die Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und mit ihrem Handwerk die Orte prägen. Bei der Bäckerei Schuster erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in einen der wenigen verbliebenen handwerklichen Bäckereibetriebe der Region. Im Gespräch mit Jörg Schuster und seiner Frau ging es um Fachkräftemangel, Unternehmensnachfolge und den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch große Bäckereiketten.

Den Schlusspunkt des Tages setzte der Besuch an der Else. Gemeinsam mit Klaus Nottmeyer von der Biologischen Station ging es darum, wie sich Gewässer und Kommunen besser auf Extremwetterereignisse vorbereiten können. Natürliche Auen und Überschwemmungsflächen können Wasser zurückhalten, Entsiegelung schafft zusätzliche Aufnahmeflächen und der Schutz von Mooren hilft sowohl dem Wasserhaushalt als auch dem Klima.

Damit schloss sich für die Teilnehmenden auch der Kreis des zweiten Tourtages: Lebenswerte Kommunen brauchen Orte der Gemeinschaft und Teilhabe genauso wie eine funktionierende Infrastruktur, starke örtliche Betriebe und intakte Naturräume. „Genau diese Vielfalt macht unsere Region aus. Auf unserer Sommertour erleben wir, wie viel Engagement und wie viele gute Ideen es vor Ort gibt. Politik muss dafür sorgen, dass daraus auch etwas entstehen kann und die Menschen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen“, ziehen Schwartze, Dahm und Obrok gemeinsam Bilanz.