Gemeinsames Statement von
"Im Endeffekt sind die einzigen, deren Bewertung des Sozialplans wirklich zählt, die Beschäftigten der Herforder Brauerei in Hiddenhausen. Wir sind erleichtert, dass es nach den Wochen der Ungewissheit jetzt zumindest eine finanzielle Perspektive für die Betroffenen in Hiddenhausen gibt. Dass sich die Schließung der Herforder Brauerei nicht mehr verhindern lässt, war ja leider schon bei der Kundgebung Ende Mai traurige Gewissheit.
Dass es jetzt vernünftige, finanzielle Absicherungen für alle Beschäftigten gibt, ist ein großer Erfolg der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Die Gewerkschaft hat in harten Verhandlungen wirklich ein – wie sie es selbst sagt – Auffangnetz mit engen Maschen durchgesetzt, das weit über das hinausgeht, was in der Brauereibranche oder Getränkeindustrie in solchen Situationen üblich ist. Die
Gewerkschaft NGG hat mit ihrem Einsatz für einen Sozialplan gesorgt, der die Beschäftigten der Herforder Brauerei in Hiddenhausen nicht komplett im Regen stehen lässt.
Dazu muss man auch die Zusage der Privatbrauerei Barre aus Lübbecke mit einbeziehen, die einige der 13 Auszubildenden der Herforder Brauerei übernehmen und für einige Jahre sogar über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden will. Gerade für diese besonders schutzbedürftige Gruppe der Auszubildenden, die durch die Schließung der Herforder Brauerei in Hiddenhausen besonders hart betroffen sind, ist das eine echte Chance.
Das Angebot der Cramer Gruppe, 50 Arbeitsplätze in Warstein zur Verfügung zu stellen, wird jedoch kaum jemand annehmen können. Wir glauben nicht, dass das ein adäquates Angebot für die Beschäftigten ist, die mit ihren Familien fest in der Region rund um Hiddenhausen verwurzelt sind. Allein der Hinweg von Hiddenhausen nach Warstein beträgt knapp 120 Kilometer. Geld und Abfindungen ersetzen keinen Arbeitsplatz.
Wir hoffen inständig, dass sich die Haus Cramer Gruppe bewusst ist, welchen Schaden sie mit dieser Entscheidung für Ostwestfalen und die gesamte Region angerichtet hat. Mit der Herforder Brauerei verschwindet nicht nur ein guter Arbeitgeber in unserer Region, sondern auch ein Teil der regionalen Identität und der ostwestfälischen Bierkultur."